Normnachweis von Ankern (AISC)

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Die Kräfte in den Ankern, einschließlich der Abhebekräfte, werden durch die Finite-Elemente-Analyse bestimmt, die Widerstände werden jedoch anhand der Normvorschriften von ACI 318-14, ACI 318-19 oder ACI 318-25 überprüft, je nach gewählter Normausgabe.

Nur LRFD ist verfügbar. Folgende Arten von Verankerungssystemen können ausgewählt werden:

  • Ortbeton
    • Mit Unterlegplatte
    • Anker mit Haken
    • Kopfbolzen
    • Bewehrung
  • Nachträglich eingebaut
    • Gewindestange

Ankerstäbe werden gemäß AISC 360-10/16/22 – J9 und ACI 318-14/19/25 – Kapitel 17 bemessen. Folgende Widerstände von Ankerschrauben werden in Abhängigkeit vom gewählten Verankerungssystem bewertet:

  • Stahlversagen des Ankers auf Zug ϕNsa,
  • Betonausbruchswiderstand auf Zug ϕNcbg,
  • Betonausziehwiderstand ϕNp,
  • Betonkantenausbruchswiderstand ϕNsb,
  • Stahlversagen des Ankers auf Querkraft ϕVsa,
  • Betonausbruchswiderstand auf Querkraft ϕVcbg,
  • Betonheraushebelwiderstand des Ankers auf Querkraft ϕVcp.

Der Benutzer muss den Betonzustand auswählen (gerissen oder ungerissen – ohne Risse im Gebrauchszustand).

Folgende Nachweise von auf Zug beanspruchten Ankern werden nicht erbracht und sollten anhand der Angaben in der jeweiligen Technischen Produktspezifikation überprüft werden (basierend auf dem 5-Prozent-Fraktilwert der gemäß ACI 355.2 durchgeführten und ausgewerteten Versuche):

  • Auszugversagen des Befestigungselements (für nachträglich eingebaute mechanische Anker) – ACI 318-14 – 17.4.3 oder ACI 318-19/25 – 17.6.3,
  • Verbundwiderstand des Kleberankers (für nachträglich eingebaute Verbundanker) – ACI 318-14 – 17.4.5 oder ACI 318-19/25 – 17.6.5,
  • Betonspaltversagen während der Montage ist nach den Anforderungen von ACI 355.2 zu bewerten.

Betonausbruchsversagen wird nur für Anker mit Unterlegplatten nachgewiesen. 

Stahlversagen des Ankers auf Zug

Ankertypen: Mit Unterlegplatte, Anker mit Haken, Kopfbolzen, Gewindestange:

Der Stahlwiderstand des Ankers auf Zug wird gemäß ACI 318-14 – 17.4.1 oder ACI 318-19/25 – 17.6.1 bestimmt als

ϕNsa = ϕ Ase,N futa

wobei:

  • ϕ = 0,7 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Zug gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, der Beiwert ist in den Normeinstellungen editierbar
  • Ase,N – Spannungsquerschnittsfläche auf Zug
  • futa – charakteristische Zugfestigkeit des Ankerstahls, darf nicht größer sein als 1,9 fya und 125 ksi

Ankertyp: Bewehrung:

Der Stahlwiderstand des Ankers auf Zug wird gemäß ACI 318-14/19/25 – 20.2.2 bestimmt als

ϕNsa = ϕ As fy

wobei:

  • ϕ = 0,7 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Zug gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, der Beiwert ist in den Normeinstellungen editierbar
  • As – Spannungsquerschnittsfläche auf Zug
  • fy – charakteristische Streckgrenze des Ankerstahls

Betonausbruchswiderstand

Alle Ankertypen:

Der Betonausbruchswiderstand wird nach der Concrete Capacity Design (CCD)-Methode gemäß ACI 318-14/19/25 – Kapitel 17 bemessen. Bei der CCD-Methode wird angenommen, dass der Betonkegel unter einem Winkel von ca. 34° (1 vertikal zu 1,5 horizontal) ausgebildet wird. Zur Vereinfachung wird der Kegel im Grundriss als quadratisch statt rund angenommen. Die Betonausbruchsspannung in der CCD-Methode nimmt mit zunehmender Ausbruchsfläche ab. Dementsprechend ist der Zuwachs des Ausbruchswiderstands in der CCD-Methode proportional zur Einbindetiefe hoch 1,5. Anker, deren Betonkegel sich überschneiden, bilden eine Ankergruppe mit einem gemeinsamen Betonkegel. Es ist zu beachten, dass für das Concrete Capacity Design keine äquivalente ASD-Lösung existiert.

\[ \phi N_{cbg} = \phi \frac{A_{Nc}}{A_{Nco}} \psi_{ec,N} \psi_{ed,N} \psi_{c,N} \psi_{cp,N} N_b \]

wobei:

  • ϕ = 0,7 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Zug gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, der Beiwert ist in den Normeinstellungen editierbar
  • ANc – tatsächliche Betonausbruchskegelflächefür eine Ankergruppe mit gemeinsamem Betonkegel
  • ANco = 9 hef2 – Betonausbruchskegelflächefür einen einzelnen Anker ohne Randeinfluss
  • \( \psi_{ec,N} = \frac{1}{1+\frac{2 e'_N}{3 h_{ef}}} \) – Beiwert für exzentrisch auf Zug beanspruchte Ankergruppen; bei exzentrischer Beanspruchung um zwei Achsen wird der Beiwert Ψec,N für jede Achse einzeln berechnet und das Produkt dieser Beiwerte verwendet
  • \( \psi_{ed,N} = \min \left ( 0.7 + \frac{0.3 c_{a,min}}{1.5 h_{ef}}, 1 \right ) \) – Beiwert für den Randabstand
  • ca,min – kleinster Abstand vom Anker zum Rand
  • Ψc,N – Beiwert für den Betonzustand; Ψc,N = 1 für gerissenen Beton, Ψc,N = 1,25 für ungerissenen Beton
  • Ψcp,N = min (ca,min / cac, 1) – Beiwert für Spalten bei nachträglich eingebauten Ankern, die für ungerissenen Beton ohne Zusatzbewehrung zur Spaltrissbegrenzung bemessen wurden; Ψcp,N = 1 in allen anderen Fällen
  • \( N_b = k_c \lambda_a \sqrt{f'_c} h_{ef}^{1.5} \) – Grundwert des Betonausbruchswiderstands eines einzelnen Ankers auf Zug in gerissenem Beton; für Ortbetonanker und 11 in. ≤ hef ≤ 25 in. gilt \( N_b = 16 \lambda_a \sqrt{f'_c} h_{ef}^{5/3} \)
  • kc = 24 für Ortbetonanker
  • hef – Einbindetiefe; gemäß Kapitel 17.4.2.3 in ACI 318-14 wird die wirksame Einbindetiefe hef auf \( h_{ef} = \max \left ( \frac{c_{a,max}}{1.5}, \frac{s}{3} \right ) \) reduziert, wenn Anker weniger als 1,5 hef von drei oder mehr Rändern entfernt sind
  • s – Ankerabstand
  • ca,max – maximaler Abstand eines Ankers zu einem der drei nahen Ränder
  • λa = 1 – Beiwert für Leichtbeton
  • f'c – Betondruckfestigkeit [psi]

Gemäß ACI 318-14 – 17.4.2.8 wird bei Kopfankern die projizierte Fläche ANc aus dem wirksamen Umfang der Unterlegplatte bestimmt, der dem kleineren Wert von da + 2 twp oder dwp entspricht, wobei:

  • da – Ankerdurchmesser
  • dwp – Durchmesser oder Kantenlänge der Unterlegplatte
  • twp – Dicke der Unterlegplatte

Gemäß ACI 318-14

Die Ankergruppe wird gegen die Summe der Zugkräfte in den auf Zug beanspruchten Ankern, die einen gemeinsamen Betonkegel bilden, nachgewiesen.

Die Betonausbruchskegelflächefür eine auf Zug beanspruchte Ankergruppe mit gemeinsamem Betonkegel, Ac,N, ist durch eine rote gestrichelte Linie dargestellt.

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Gemäß ACI 318-14 – 17.4.2.9 wird, sofern die Ankerbewehrung gemäß ACI 318-14 – 25 auf beiden Seiten der Ausbruchsfläche verankert ist, davon ausgegangen, dass die Ankerbewehrung die Zugkräfte überträgt, und der Betonausbruchswiderstand wird nicht bewertet.

Betonausziehwiderstand

Ankerschrauben mit Unterlegplatte (Kopfschrauben):

Der Betonausziehwiderstand einer Kopfankerschraube ist in ACI 318-14 – 17.4.3 definiert als

ϕNpn = ϕΨc,P Np

wobei:

  • ϕ = 0,7 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Zug gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, in den Normeinstellungen editierbar
  • Ψc,P – Beiwert für den Betonzustand; Ψc,P = 1,0 für gerissenen Beton, Ψc,P = 1,4 für ungerissenen Beton
  • NP = 8 Abrg f'c für Kopfanker
  • Abrg – Auflagerfläche des Kopfes des Bolzens oder der Ankerschraube
  • f'c – Betondruckfestigkeit

Hakenankerschrauben (J- oder L-Bolzen):

Der Betonausziehwiderstand einer Hakenankerschraube ist in ACI 318-14 – 17.4.3 definiert als

ϕNpn = ϕΨc,P Np

wobei:

  • ϕ = 0,7 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Zug gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, in den Normeinstellungen editierbar
  • Ψc,P – Beiwert für den Betonzustand; Ψc,P = 1,0 für gerissenen Beton, Ψc,P = 1,4 für ungerissenen Beton
  • NP = 0,9 f'c eh da für Hakenankerschraube
  • f'c – Betondruckfestigkeit
  • eh – Abstand von der Innenfläche des Schafts eines J- oder L-Bolzens bis zur Außenspitze des J- oder L-Bolzens
  • da – Ankerschraubendurchmesser

Der Betonausziehwiderstand für andere Ankertypen als Kopf- oder Hakenanker wird in der Software nicht bewertet und muss vom Hersteller angegeben werden.

Betonkantenausbruchswiderstand

Der Betonkantenausbruchswiderstand eines Kopfankers auf Zug ist in ACI 318-14 – 17.4.4 definiert als

\[ \phi N_{sb} = \phi 160 c_{a1} \sqrt{A_{brg}} \sqrt{f'_c} \]

Der Betonkantenausbruchswiderstand wird mit einem der folgenden Abminderungsbeiwerte multipliziert:

  • \( \frac{1+\frac{c_{a2}}{c_{a1}}}{4} \le 1 \)
  • \( \frac{1+\frac{s}{6 c_{a1}}}{2} \le 1 \)

wobei:

  • ϕ = 0,7 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Zug gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, in den Normeinstellungen editierbar
  • ca1 – kürzerer Abstand von der Ankermittelachse zum Rand
  • ca2 – längerer Abstand, senkrecht zu ca1, von der Ankermittelachse zum Rand
  • Abrg – Auflagerfläche des Kopfes des Bolzens oder der Ankerschraube
  • f'c – Betondruckfestigkeit
  • s – Abstand zwischen zwei benachbarten Ankern nahe einem Rand

Stahlwiderstand auf Querkraft

Der Stahlwiderstand auf Querkraft wird gemäß ACI 318-14 – 17.5.1 bestimmt als

ϕVsa = ϕ 0,6 Ase,V futa

wobei:

  • ϕ = 0,65 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Querkraft gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, in den Normeinstellungen editierbar
  • Ase,V – Spannungsquerschnittsfläche auf Zug
  • futa – charakteristische Zugfestigkeit des Ankerstahls, darf nicht größer sein als 1,9 fya und 125 ksi

Wenn eine Mörtelfuge gewählt wird, wird der Stahlwiderstand auf Querkraft Vsa mit 0,8 multipliziert (ACI 318-14 – 17.5.1.3).

Die Querkraft mit Hebelarm, die bei einer Fußplatte mit übergroßen Löchern und Unterlegscheiben oder auf der Fußplatte aufgesetzten Platten zur Übertragung der Querkraft auftritt, wird nicht berücksichtigt.

Betonausbruchswiderstand des Ankers auf Querkraft

Der Betonausbruchswiderstand eines Ankers oder einer Ankergruppe auf Querkraft wird gemäß ACI 318-14 – 17.5.2 bemessen.

\[ \phi V_{cbg} = \phi \frac{A_V}{A_{Vo}} \psi_{ec,V} \psi_{ed,V} \psi_{c,V} \psi_{h,V} \psi_{\alpha,V} V_b \]

wobei:

  • ϕ = 0,65 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Querkraft gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, in den Normeinstellungen editierbar
  • Av – projizierte Betonversagensfläche eines Ankers oder einer Ankergruppe
  • Avo – projizierte Betonversagensfläche eines einzelnen Ankers ohne Einfluss von Ecken, Abständen oder Bauteildicke
  • \( \psi_{ec,V} = \frac{1}{1+\frac{2 e'_V}{3 c_{a1}}} \) – Beiwert für exzentrisch auf Querkraft beanspruchte Ankergruppen
  • \( \psi_{ed,V} = 0.7 + 0.3 \frac{c_{a2}}{1.5 c_{a1}} \le 1.0 \) – Beiwert für den Randeinfluss
  • Ψc,V – Beiwert für den Betonzustand; Ψc,V = 1,0 für gerissenen Beton, Ψc,V = 1,4 für ungerissenen Beton
  • \( \psi_{h,V} = \sqrt{\frac{1.5 c_{a1}}{h_a}} \ge 1 \) – Beiwert für Anker in einem Betonbauteil, bei dem ha < 1,5 ca1
  • \( \psi_{\alpha ,V} = \sqrt{\frac{1}{(\cos \alpha_V )^2 + (0.5 \sin \alpha_V)^2}} \) – Beiwert für Anker, die unter einem Winkel von 90° − αV zur Betonkante beansprucht werden; in ACI 318-14 – 17.5.2.1 sind nur diskrete Werte angegeben, die Gleichung ist dem FIB-Bulletin 58 – Design of anchorages in concrete (2011) entnommen
  • ha – Höhe der Versagensfläche auf der Betonseite
  • \( V_b = \min \left ( 7 \left ( \frac{l_e}{d_a} \right )^{0.2} \lambda_a \sqrt{d_a} \sqrt{f'_c} c_{a1}^{1.5}, 9 \lambda_a \sqrt{d_a} \sqrt{f'_c} c_{a1}^{1.5} \right ) \)
  • le = hef ≤ 8 da – tragende Länge des Ankers auf Querkraft
  • da – Ankerdurchmesser
  • f'c – Betondruckfestigkeit
  • ca1 – Randabstand in Lastrichtung; gemäß Abschnitt 17.5.2.4 wird für ein schmales Bauteil, c2,max < 1,5 c1, das auch als dünn gilt, ha < 1,5 c1, in den vorherigen Gleichungen c'1 anstelle von c1 verwendet; das reduzierte c'1 = max (c2,max / 1,5, ha / 1,5, sc,max / 3)
  • ca2 – Randabstand senkrecht zur Lastrichtung
  • c2,max – größter Randabstand senkrecht zur Lastrichtung
  • sc,max – maximaler Abstand senkrecht zur Querkraftrichtung zwischen Ankern innerhalb einer Gruppe

Wenn ca2 ≤ 1,5 ca1 und ha ≤ 1,5 ca1, gilt \( c_{a1}= \max \left ( \frac{c_{a2}}{1.5}, \frac{h_a}{1.5}, \frac{s}{3} \right ) \), wobei s der maximale Abstand senkrecht zur Querkraftrichtung zwischen Ankern innerhalb einer Gruppe ist.

Gemäß ACI 318-14 – 17-5.2.9 wird, sofern die Ankerbewehrung gemäß ACI 318-14 – 25 auf beiden Seiten der Ausbruchsfläche verankert ist, davon ausgegangen, dass die Ankerbewehrung die Querkräfte überträgt, und der Betonausbruchswiderstand wird nicht bewertet.

Betonheraushebelwiderstand des Ankers auf Querkraft

Der Betonheraushebelwiderstand wird gemäß ACI 318-14 – 17.5.3 bemessen.

ϕVcp = ϕkcp Ncp

wobei:

  • ϕ = 0,65 – Abminderungsbeiwert für Anker auf Querkraft gemäß ACI 318-14 – 17.3.3, in den Normeinstellungen editierbar
  • kcp = 1,0 für hef < 2,5 in., kcp = 2,0 für hef ≥ 2,5 in
  • Ncp = Ncb (Betonausbruchswiderstand – alle Anker werden auf Zug angenommen) bei Ortbetonankern

Gemäß ACI 318-14 – 17.4.2.9 wird, sofern die Ankerbewehrung gemäß ACI 318-14 – 25 auf beiden Seiten der Ausbruchsfläche verankert ist, davon ausgegangen, dass die Ankerbewehrung die Zugkräfte überträgt, und der Betonausbruchswiderstand wird nicht bewertet.

Interaktion von Zug- und Querkräften

Die Interaktion von Zug- und Querkräften wird gemäß ACI 318-14 – R17.6 bewertet.

\[ \left ( \frac{N_{ua}}{N_n} \right )^{\zeta} + \left ( \frac{V_{ua}}{V_n} \right )^{\zeta} \le 1.0 \]

wobei:

  • Nua und Vua – Bemessungskräfte, die auf einen Anker wirken
  • Nn und Vn – der niedrigste Bemessungswiderstand, der aus allen maßgebenden Versagensformen bestimmt wird
  • ς = 5 / 3

Anker mit Abstand (Stand-off)

Das Stabelement wird gemäß AISC 360-16 bemessen. Die Interaktion der Querkraft wird vernachlässigt, da die Mindestlänge des Ankers für die Mutter unter der Fußplatte sicherstellt, dass der Anker auf Biegung versagt, bevor die Querkraft die Hälfte des Querkraftwiderstands erreicht, und die Querkraftinteraktion vernachlässigbar ist (bis zu 7 %). Die Interaktion von Biegemoment und Druck- oder Zugkraft wird konservativ als linear angenommen. Effekte zweiter Ordnung werden nicht berücksichtigt.

Querkraftwiderstand (AISC 360-16 – G):

\( V_n = \frac{0.6 A_V F_y}{\Omega_V} \)    (ASD)

\( V_n = \phi_V 0.6 A_V F_y \)    (LRFD)

  • AV = 0,844 ∙ As – die Querkraftfläche
  • As – Schraubenquerschnittsfläche, reduziert durch das Gewinde
  • Fy – Streckgrenze der Schraube
  • ΩV – Sicherheitsbeiwert, empfohlener Wert ist 2
  • ϕV – Widerstandsbeiwert, empfohlener Wert ist 0,75

Zugwiderstand (AISC 360-16 – D2):

\( P_n = \frac{A_s F_y}{\Omega_t} \)    (ASD)

\( P_n = \phi_t A_s F_y \)    (LRFD)

  • Ωt – Sicherheitsbeiwert, empfohlener Wert ist 2
  • ϕt – Widerstandsbeiwert, empfohlener Wert ist 0,75

Druckwiderstand (AISC 360-16 – E3)

\( P_n = \frac{F_{cr} A_s}{\Omega_c} \)    (ASD)

\( P_n = \phi_c F_{cr} A_s \)    (LRFD)

  • \( F_{cr} = 0.658^{\frac{F_y}{F_e}} F_y \) für \( \frac{L_c}{r} \le 4.74 \sqrt{\frac{E}{F_y}} \),  \( F_{cr} = 0.877 F_e \) für \( \frac{L_c}{r} > 4.74 \sqrt{\frac{E}{F_y}} \) – kritische Spannung
  • \( F_e = \frac{\pi^2 E} {\left ( \frac{L_c}{r} \right) ^2} \) – elastische Beulspannung
  • Lc = 2 ∙ l – Knicklänge
  • l – Länge des Schraubenelements, gleich der halben Fußplattendicke + Spalt + halber Schraubendurchmesser
  • \( r= \sqrt{\frac{I}{A_s}} \) – Trägheitsradius der Ankerschraube
  • \( I= \frac{\pi d_s^4}{64} \) – Flächenträgheitsmoment der Schraube
  • Ωc – Sicherheitsbeiwert, empfohlener Wert ist 2
  • ϕc – Widerstandsbeiwert, empfohlener Wert ist 0,75

Biegewiderstand (AISC 360-16 – F11):

\( M_n = \frac{Z F_y}{\Omega_b} \le \frac{1.6 S_x F_y}{\Omega_b} \)   (ASD)

\( M_n = \phi_b Z F_y \le 1.6 \phi_b S_x F_y \)   (ASD)

  • \( Z = \frac{d_s^3}{6} \) – plastisches Widerstandsmoment der Schraube
  • \( S_x= \frac{2 I}{d_s} \) – elastisches Widerstandsmoment der Schraube
  • Ωc – Sicherheitsbeiwert, empfohlener Wert ist 2
  • ϕc – Widerstandsbeiwert, empfohlener Wert ist 0,75

Lineare Interaktion:

\[ \frac{N}{P_n}+\frac{M}{M_n} \le 1 \]

  • N – die Bemessungszugkraft (positiv) oder Druckkraft (negatives Vorzeichen)
  • Pn – der Bemessungswiderstand auf Zug (positiv) oder Druck (negatives Vorzeichen)
  • M – das Bemessungsbiegemoment
  • Mn – der Bemessungsbiegewiderstand

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