Nachweis von Komponenten nach AS (Australische Richtlinien)

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Schrauben, vorgespannte Schrauben und Schweißnähte werden nach AS 4100–2020, Kapitel 9 überprüft. Die Betonauflagefläche nach AS3600:2018 – Kapitel 12.6. Der Nachweis von Ankern erfolgt nach AS 5216:2018. Die Bemessung der Schublasche und die Schubübertragung am Stützenfuß durch Reibung erfolgt nach einer Veröffentlichung: Gianluca Ranzi, Peter Kneen: Design of Pinned Column Base Plates, Journal of the Australian Steel Institute, Vol. 36, Nr. 2, September 2002.

Normnachweis von Stahlplatten nach australischen Normen

Die Dehnungsprüfung wird an schalenförmigen finiten Elementen durchgeführt, die Platten simulieren. Die Streckgrenze wird durch den Kapazitätsfaktor reduziert.

Die resultierende Vergleichsspannung (HMH, von Mises) und die Hauptdehnung werden an den Platten berechnet. Wenn die Streckgrenze (multipliziert mit dem Kapazitätsfaktor ϕ = 0,9, der im Code-Setup bearbeitet werden kann) im bilinearen Werkstoffdiagramm erreicht wird, wird die Überprüfung der äquivalenten plastischen Dehnung durchgeführt. Der Grenzwert von 5 % wird im Eurocode (EN1993-1-5 Anhang C, Abs. C8, Anmerkung 1) empfohlen. Dieser Wert kann im Code-Setup geändert werden, die Verifikationsstudien wurden jedoch für diesen empfohlenen Wert durchgeführt.

Das Plattenelement wird in fünf Schichten unterteilt, und das elastische/plastische Verhalten wird in jeder dieser Schichten untersucht. Das Programm zeigt das ungünstigste Ergebnis aus allen Schichten.

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Die CBFEM-Methode kann Spannungen liefern, die geringfügig über der Streckgrenze liegen. Der Grund dafür ist die leichte Neigung des plastischen Astes des Spannung-Dehnung-Diagramms, die in der Berechnung verwendet wird, um die Stabilität der Interaktionsberechnung zu verbessern. Dies stellt für die praktische Bemessung kein Problem dar. Die äquivalente plastische Dehnung wird bei höherer Spannung überschritten, und die Verbindung erfüllt die Anforderungen ohnehin nicht.

Normnachweis von Schrauben und vorgespannten Schrauben nach australischen Normen

Die Kräfte in den Schrauben einschließlich der Abhebekräfte werden durch die Finite-Elemente-Analyse bestimmt. Die Schraubentragfähigkeiten werden anhand der Normanforderungen überprüft.

Schrauben

Schrauben werden gemäß Kapitel 9.2 Design of bolts nachgewiesen. Die Zug- und Querkraft in jeder Schraube wird durch die Finite-Elemente-Analyse bestimmt. Abhebekräfte werden gemäß Clause 9.1.8 berücksichtigt. Abhebekräfte werden durch die Finite-Elemente-Analyse bestimmt. Jede Scherfuge wird einzeln nachgewiesen. Das Bauteil auf Lochleibung wird gegen die Summe der Querkräfte in benachbarten Ebenen nachgewiesen.

Schraube auf Abscheren

Eine Schraube, die einer Bemessungsquerkraft ausgesetzt ist, wird gemäß Cl. 9.2.2.1 bemessen und muss folgende Bedingung erfüllen:

\[ V_f^* \le \phi V_f \]

wobei:

  • Vf* – Bemessungsquerkraft
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor (Tabelle 3.4), editierbar in den Normeinstellungen
  • Vf = 0,62 fuf A – charakteristische Abschertragfähigkeit einer Schraube
  • fuf – Mindestzugfestigkeit der Schraube gemäß Tabelle 9.2.1
  • A – Querschnittsfläche einer Schraube, entweder Ac oder Ao, d. h. die Kernquerschnittsfläche der Schraube gemäß AS 1275 bzw. die Nennquerschnittsfläche des glatten Schafts der Schraube. Jede Scherfuge wird einzeln nachgewiesen.

Der Wert von Ac wird in der Software durch folgende Funktion angenähert:

Ac = 0,0000163 · As2 + 0,91682 · As − 0,85375

Die maximale Abweichung beträgt 0,8 mm2 bzw. 0,5 %.

Der Abminderungsfaktor gemäß Tabelle 9.2.2.1 zur Berücksichtigung der Länge einer geschraubten Überlappungsverbindung beträgt 1,0. Die Abminderung wird automatisch durch die Einzelnachweise jeder Schraube berücksichtigt.

Gemäß Cl. 9.2.2.5 ist bei Verbindungen, bei denen Futterbleche eine Dicke von mehr als 6 mm aufweisen, die charakteristische Abschertragfähigkeit einer Schraube um 15 % zu reduzieren. Bei Verbindungen mit mehreren Scherfugen wird die Abminderung auf alle Scherfugen angewendet.

Schraube auf Zug

Eine Schraube, die einer Bemessungszugkraft ausgesetzt ist, wird gemäß Cl. 9.2.2.2 bemessen und muss folgende Bedingung erfüllen:

\[ N_{tf}^* \le \phi N_{tf} \]

wobei:

  • Ntf* – Bemessungszugkraft
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor (Tabelle 3.4), editierbar in den Normeinstellungen
  • Ntf = As fuf – charakteristische Zugtragfähigkeit einer Schraube
  • As – Spannungsquerschnitt einer Schraube gemäß AS 1275
  • fuf – Mindestzugfestigkeit der Schraube gemäß Tabelle 9.2.1

Schraube unter kombinierter Scher- und Zugbeanspruchung

Eine Schraube, die gleichzeitig einer Bemessungsquer- und Bemessungszugkraft standhalten muss, wird gemäß Cl. 9.2.2.3 bemessen und muss folgende Bedingung erfüllen:

\[ \left ( \frac{V_f^*}{\phi V_f} \right ) ^2 + \left ( \frac{N_{tf}^*}{\phi N_{tf}} \right ) ^2 \le 1.0 \]

wobei:

  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor (Tabelle 3.4), editierbar in den Normeinstellungen

Bauteil auf Lochleibung

Ein Bauteil, das einer Bemessungslochleibungskraft infolge einer auf Abscheren beanspruchten Schraube ausgesetzt ist, wird gemäß Cl. 9.2.2.4 bemessen und muss folgende Bedingung erfüllen:

\[ V_b^* \le ϕ V_b \]

wobei:

  • ϕ = 0,9 – Kapazitätsfaktor (Tabelle 3.4), editierbar in den Normeinstellungen
  • \( V_b = 3.2 d_f t_p f_{up} \le a_e t_p f_{up} \) – charakteristische Lochleibungstragfähigkeit eines Bauteils
  • df – Schraubendurchmesser
  • tp – Bauteildicke
  • fup – Zugfestigkeit des Bauteils
  • ae – Mindestabstand vom Lochrand zum Bauteilrand, gemessen in Richtung der Kraftkomponente, zuzüglich des halben Schraubendurchmessers. Als Bauteilrand gilt auch der Rand eines benachbarten Schraubenlochs

Gleitfeste Verbindungen

Bei gleitfesten Verbindungen ist das Gleiten im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit zu begrenzen und gemäß Cl. 9.2.3 zu bemessen. Diese Schrauben sind auch als lochleibungsbeanspruchte Verbindungen für den Grenzzustand der Tragfähigkeit nachzuweisen. Eine auf Querkraft beanspruchte Schraube muss folgende Bedingung erfüllen:

\[ V_{sf}^* \le ϕ V_{sf} \]

wobei:

  • ϕ = 0,7 – Kapazitätsfaktor (Kapitel 3.5.5), editierbar in den Normeinstellungen
  • Vsf = μ Nti kh – charakteristische Abschertragfähigkeit einer Schraube
  • μ = 0,35 – Gleitbeiwert gemäß Clause 9.2.3.2, editierbar in den Normeinstellungen
  • Nti – Mindestschraubenvorspannung bei der Montage gemäß Clause 15.2.2.2
Nenndurchmesser der SchraubeMindestvorspannkraft der Schraube [kN]
M1695
M20145
M24210
M30335
M36490
Sonstige\(A_s \cdot 600\) MPa
  • k h – Faktor für verschiedene Lochtypen gemäß Clauses 9.2.3.1 und 14.3.2
    • k h = 1 für Standardlöcher (+2 mm für d f ≤ 24 mm, sonst +3 mm)
    • k h = 0,85 für kurze Langlöcher (Lochlänge ≤ max(1,33 d f, d f + 10 mm)) und übergroße Löcher
    • k h = 0,70 für lange Langlöcher

Die Anzahl der wirksamen Kontaktflächen, nei, ist stets gleich 1, da jede Kontaktfläche einzeln nachgewiesen wird.

Schrauben in gleitfesten Verbindungen, die durch kombinierte Scher- und Zugbeanspruchung belastet werden, müssen folgende Bedingung erfüllen:

\[ \left ( \frac{V_{sf}^*}{ϕ V_{sf}} \right ) + \left ( \frac{N_{tf}^*}{ϕ N_{tf}} \right ) \le 1.0 \]

wobei:

  • Vsf* – Bemessungsquerkraft auf die Schraube in der Ebene der Kontaktflächen
  • Ntf* – Bemessungszugkraft auf die Schraube
  • ϕ = 0,7 – Kapazitätsfaktor (Kapitel 3.5.5), editierbar in den Normeinstellungen
  • Vsf – charakteristische Abschertragfähigkeit der Schraube
  • Ntf = Nti – charakteristische Zugtragfähigkeit der Schraube, gleich der Mindestvorspannkraft bei der Montage

Gleitfeste Verbindungen sind auch für den Grenzzustand der Tragfähigkeit nachzuweisen. Der Schraubentyp sollte auf lochleibungsbeansprucht – Zug-/Scherwechselwirkung geändert, die Lasten entsprechend erhöht und die Verbindung erneut nachgewiesen werden.

Normnachweis von Schweißnähten nach australischen Normen

Kehlnähte werden nach AS 4100 – Kapitel 9.6 überprüft. Die Tragfähigkeit von Stumpfnähten mit vollständiger Durchschweißung (CJP) wird als gleich dem Grundwerkstoff angenommen und nicht nachgewiesen.

Es ist möglich, Stumpfnähte oder Kehlnähte sowie durchgehende Nähte über die gesamte Kantenlänge, Teilnähte oder Unterbrochene Nähte festzulegen. Stumpfnähte werden als gleich tragfähig wie das geschweißte Bauteil angenommen und nicht nachgewiesen. Bei Kehlnähten wird das Schweißnahtelement zwischen Interpolationsverbindungen eingefügt, die Platten miteinander verbinden. Das Schweißnahtelement besitzt ein definiertes elastisch-plastisches Materialdiagramm zur Umverteilung der Spannung über die Schweißnahtlänge, sodass lange Nähte, Nähte mit mehreren Orientierungen oder Schweißungen an unausgesteiften Flanschen eine ähnliche Tragfähigkeit wie bei der Handrechnung aufweisen. Das am stärksten beanspruchte Schweißnahtelement ist maßgebend für den Schweißnahtnachweis.

Eine Kehlnaht, die einer Bemessungskraft je Längeneinheit der Schweißnaht, vw*, unterliegt, wird nach Cl. 9.6.3.10 bemessen und muss folgende Bedingung erfüllen:

\[ v_w^* \le ϕ v_w \]

wobei:

  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor (Kapitel 3.4), in den Normeinstellungen editierbar
  • vw = 0,6 fuw tt – Nenntragfähigkeit einer Kehlnaht je Längeneinheit
  • fuw – Nennzugfestigkeit des Schweißgutes (Tabelle 9.6.3.10 (A))
  • tt – Bemessungsnahtdicke

Der Abminderungsfaktor kr wird gleich 1 angenommen (Schweißnaht kürzer als 1,7 m).

Die Schweißnahtdiagramme zeigen die Spannung gemäß folgender Formel:

\[ \sigma = \sqrt{ \sigma_{\perp}^2 + \tau_{\perp}^2 + \tau_{\parallel}^2 } \]

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Normnachweis des Betonblocks nach australischen Normen

Der Beton unterhalb der Fußplatte wird durch einen Winkler-Bettungsmodell mit gleichmäßiger Steifigkeit simuliert, der die Kontaktspannungen liefert. Die mittlere Spannung in der belasteten Fläche, die mit der Fußplatte in Kontakt steht, wird für den Drucknachweis verwendet.

Betonauflagerfläche

Die Betonauflagerfläche wird gemäß AS3600: 2018 – Cl. 12.6 nachgewiesen. Die Bemessungslagerspannung an einer Betonoberfläche darf nicht überschreiten:

\[ ϕ f_b = ϕ 0.9 f'_c \sqrt{\frac{A_2}{A_1}} \le ϕ 1.8 f'_c \]

wobei:

  • ϕ = 0,6 – Kapazitätsfaktor (Tabelle 2.2), editierbar in den Normeinstellungen
  • f'c – charakteristische Druckfestigkeit des Betons (Zylinder) nach 28 Tagen
  • A1 – Lagerfläche
  • A2 – größte Fläche der Auflagerfläche, die geometrisch ähnlich und konzentrisch zu A1 ist. Die Seitenneigungen des Kegelstumpfes betragen 1 in Längsrichtung und 2 in Querrichtung bezogen auf die Lastrichtung.

Die Bemessungslagerspannung σ entspricht der mittleren Spannung unter der Fußplatte in dem Bereich, der mit dem Beton in Kontakt steht.

Querkraftübertragung

Es wird angenommen, dass die Querkraft an der Fußplatte vom Stütze auf das Betonfundament übertragen wird durch:

  1. Reibung zwischen Fußplatte und Beton / Vergussmörtel
  2. Schubknagge
  3. Ankerschrauben

Querkraftübertragung durch Reibung

Die Querkrafttragfähigkeit wird gemäß Gianluca Ranzi, Peter Kneen: Design of Pinned Column Base Plates, Journal of the Australian Steel Institute, Bd. 36, Nr. 2, September 2002 – Kapitel 6.5.3 wie folgt berechnet:

\[ ϕ V_f = ϕ μ N_c^* \]

wobei:

  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor
  • μ = 0,55 – Reibungskoeffizient, editierbar in den Normeinstellungen
  • Nc* – Bemessungswert der Drucknormalkraft in der Stütze

Querkraftübertragung durch Schubknagge

Wird die Querkraft durch eine Schubknagge übertragen, wird die Schubknagge mit finiten Elementen modelliert, und ihre Platten und Schweißnähte werden mit der Methode der finiten Elemente und Schweißnahtkomponenten nachgewiesen. Zusätzliche Nachweise sind erforderlich – Betonlagerdruckfestigkeit; Betonkantenbruchfestigkeit.

Betonlagerdruckfestigkeit

Die Lagerdruckfestigkeit des Betons wird gemäß Gianluca Ranzi, Peter Kneen: Design of Pinned Column Base Plates, Journal of the Australian Steel Institute, Bd. 36, Nr. 2, September 2002 – Kapitel 6.5.5 nachgewiesen:

\[ ϕ_c V_b = 0.85 ϕ_c f'_c A_{sl} \]

wobei:

  • ϕc = 0,6 – Kapazitätsfaktor für Beton unter Lagerdruck, editierbar in den Normeinstellungen
  • f'c – charakteristische Druckfestigkeit des Betons (Zylinder) nach 28 Tagen
  • Asl – projizierte Fläche der eingebetteten Schubknagge in Kraftrichtung, ohne den Anteil der Knagge, der mit dem Vergussmörtel oberhalb des Betonbauteils in Kontakt steht

Betonkantenbruchfestigkeit

Wirkt eine Querkraft gegen eine freie Betonkante, ist nachzuweisen, dass der Beton die aufgebrachte Querkraft aufnehmen kann. Die Betonkantenbruchfestigkeit wird gemäß Gianluca Ranzi, Peter Kneen: Design of Pinned Column Base Plates, Journal of the Australian Steel Institute, Bd. 36, Nr. 2, September 2002 – Kapitel 6.5.5 nachgewiesen:

\[ ϕ V_{ce} = ϕ 0.33 \sqrt{f'_c} A_{Vc} \]

wobei:

  • ϕ = 0,85 – Kapazitätsfaktor
  • f'c – charakteristische Druckfestigkeit des Betons (Zylinder) nach 28 Tagen
  • AVc – effektive Spannungsfläche, definiert durch Projektion einer 45°-Ebene von den Lagerkanten der Schubknagge bis zur freien Oberfläche in Richtung der Querkraft. Die Lagerfläche der Schubknagge ist von der projizierten Fläche ausgenommen

Querkraftübertragung durch Anker

Es wird angenommen, dass die Querkraft durch Anker übertragen wird. Die Kraft in jedem Anker wird mit der Methode der finiten Elemente bestimmt. Jeder Anker oder jede Ankergruppe wird auf Stahlversagen infolge Querkraft, Betonkantenbruch, Betonausbruch (Pry-out) sowie auf kombinierte Zug- und Querkraftbeanspruchung nachgewiesen, sofern auch Zugkräfte vorhanden sind.

Normnachweis von Ankern gemäß australischen Normen

Die Kräfte in den Ankern einschließlich der Abhebekräfte werden durch die Methode der finiten Elemente bestimmt, die Widerstände werden jedoch anhand der Normvorschriften von AS 5216 nachgewiesen.

Der Normnachweis der Anker erfolgt gemäß AS 5216:2018. Obwohl die Norm für einbetonierte Anker nicht ausdrücklich bestimmte Formeln angibt, sind die Formeln dieselben wie in SA TS 101:2015, wo einbetonierte Anker ausdrücklich erwähnt werden. Im Normsetup kann gerissener oder ungerissener Beton ausgewählt werden. Gerissener Beton wird konservativ als Standard angenommen. Der Betonkegelausbruch-Nachweis auf Zug und Querkraft kann im Normsetup außer Acht gelassen werden, was bedeutet, dass die Kraft als über die Bewehrung übertragen angenommen wird. Dem Benutzer wird der Betrag dieser Kraft angezeigt. Da der Betonkegelausbruch-Widerstand in der Formel für den Betonausbruch-Nachweis verwendet wird, wird auch dieser Nachweis außer Acht gelassen.

Folgende Nachweise von auf Zug beanspruchten Ankern werden nicht erbracht und sollten anhand der Angaben in der jeweiligen Technischen Produktspezifikation nachgewiesen werden (Prüfung gemäß AS 5216:2018: Anhang A):

  • Auszugversagen des Befestigungselements (für nachträglich eingebaute mechanische Anker) – AS 5216:2018: 6.2.4,
  • Kombiniertes Auszieh- und Betonkegelversagen (für nachträglich eingebaute Verbundanker) – AS 5216:2018: 6.2.5,
  • Betonspaltversagen – AS 5216:2018: 6.2.6.

Betonausbruchversagen wird nur für Anker mit Unterlegplatten nachgewiesen.

Stahlversagen auf Zug

Stahlversagen auf Zug wird gemäß Cl. 6.2.2 nachgewiesen:

\[ ϕ_{Ms} N_{tf} = ϕ_{Ms} A_s f_{uf} \]

wobei:

  • \( ϕ_{Ms} = \frac{5 f_{yf}}{6 f_{uf}} \le 1/1.4 \) – Kapazitätsfaktor für Stahlversagen auf Zug (Tabelle 3.2.4)
  • As – Zugspannungsquerschnitt einer Schraube gemäß AS 1275
  • fuf – Mindestzugfestigkeit der Schraube gemäß AS 4100 – Tabelle 9.3.1

Betonkegelversagen

Betonkegelversagen wird gemäß Cl. 6.2.3 nachgewiesen und gilt für die Ankergruppe (sofern zutreffend). Die charakteristische Tragfähigkeit der auf Zug beanspruchten Befestigungselemente in einer Gruppe oder eines einzelnen Befestigungselements beträgt:

\[ ϕ_{Mc} N_{Rk,c} = ϕ_{Mc} N_{Rk,c}^0 \left ( \frac{A_{c,N}}{A^0_{c,N}} \right ) \psi_{s,N} \psi_{re,N} \psi_{ec,N} \psi_{M,N} \]

wobei:

  • ϕMc – Kapazitätsfaktor für ankerversagensbezogene Versagensmodi im Beton, im Normsetup editierbar; empfohlener Wert ist 1/1,5 (Tabelle 3.2.4)
  • \( N_{Rk,c}^0 = k_1 \sqrt{f'_c} h_{ef}^{1.5} \) – charakteristische Tragfähigkeit eines Befestigungselements, ohne Einfluss benachbarter Befestigungselemente oder Betonbauteilränder – Cl. 6.2.3.2
  • Ac,N – tatsächliche projizierte Fläche des Versagenskegels des Befestigungselements, begrenzt durch benachbarte Befestigungselemente und Ränder des Betonbauteils – Cl. 6.2.3.3
  • Ac,N0 = scr,N2 – Referenzprojektionsfläche eines einzelnen Befestigungselements mit einem Randabstand von mindestens 1,5 hef – Cl. 6.2.3.3
  • \( \psi_{s,N} = 0.7 + 0.3 \frac{c}{c_{cr,N}} \le 1 \) – Parameter bezogen auf die Spannungsverteilung im Beton infolge der Nähe des Befestigungselements zum Rand des Betonbauteils – Cl. 6.2.3.4
  • \( \psi_{re,N} = 0.5 + \frac{h_{ef}}{200} \le 1 \)– Parameter zur Berücksichtigung des Schalenabplatzungseffekts – Cl. 6.2.3.5
  • \( \psi_{ec,N} = \frac{1}{1+2 e_N / s_{cr,N}} \le 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung der Exzentrizität der resultierenden Last in einer Befestigungselementgruppe – Cl. 6.2.3.6
  • \( \psi_{M,N} = 2- \frac{2 z}{3 h_{ef}} \ge 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung des Einflusses einer Druckkraft zwischen dem Anbauteil und dem Beton – Cl. 6.2.3.7; dieser Parameter ist gleich 1, wenn c < 1,5 hef oder das Verhältnis der Druckkraft (einschließlich der Druckkraft infolge Biegung) zur Summe der Zugkräfte in den Ankern kleiner als 0,8 ist
  • \item k1 – Parameter; für einbetonierte Anker (Ankertyp – Unterlegplatten) k1 = kcr,N = 8,9 für gerissenen Beton und k1 = kucr,N = 12,7 für ungerissenen Beton; für nachträglich eingebaute Anker (Ankertyp – gerade) k1 = kcr,N = 7,7 für gerissenen Beton und k1 = kucr,N = 11,0 für ungerissenen Beton
  • scr,N = 2 ccr,N = 3 hef – Abstand der Befestigungselemente
  • ccr,N = 1,5 hef – charakteristischer Randabstand
  • hef – effektive Einbindetiefe des Befestigungselements; bei schmalem Betonbauteil gilt Cl. 6.2.3.8 und\( h'_{ef} = \max \left ( \frac{c_{max}}{c_{cr,N}}h_{ef}; \, \frac{s_{max}}{s_{cr,N}}h_{ef} \right ) \)
  • z – innerer Hebelarm
  • c – kleinster Randabstand

Die Betonausbruchkegelfläche für eine Gruppe von auf Zug beanspruchten Ankern, die einen gemeinsamen Betonkegel bilden, Ac,N, ist durch eine rote gestrichelte Linie dargestellt.

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Gemäß Cl. 6.2.8 kann Zusatzbewehrung verwendet werden, um Kräfte zu übertragen, die Betonkegelversagen verursachen. Diese Bewehrung ist gemäß AS 3600 zu bemessen.

Auszugversagen

Auszugversagen wird für einbetonierte Kopfbolzen (Ankertyp – Unterlegplatte) gemäß SA TS 101:2015 – Cl. 6.2.3 nachgewiesen:

\[ ϕ_{Mc} N_{Rk,p} = k_1 A_h f'_c \]

  • ϕMc – Kapazitätsfaktor für ankerversagensbezogene Versagensmodi im Beton, im Normsetup editierbar; empfohlener Wert ist 1/1,5 (Tabelle 3.2.4)
  • k1 – Parameter bezogen auf den Zustand des Betons; für gerissenen Beton k1 = 8,0, für ungerissenen Beton k1 = 11,2
  • Ah – Fläche des lasttragenden Kopfes des Befestigungselements; für kreisförmige Unterlegplatte \( A_h = \frac{\pi}{4} \left ( d_h^2 - d^2 \right \)$, für rechteckige Unterlegplatte \( A_h = a_{wp}^2 - \frac{\pi}{4} d^2 \)
  • dh ≤ 6 th + d – Durchmesser des Kopfes des Befestigungselements
  • th – Dicke des Kopfes des Kopfbolzens
  • d – Durchmesser des Schafts des Befestigungselements
  • awp – Kantenlänge der rechteckigen Unterlegplatte
  • f'c – charakteristische Druckfestigkeit des Betons

Das Auszugversagen für andere als einbetonierte Kopfanker wird nicht berechnet; der Widerstand sollte vom Hersteller garantiert oder durch Prüfung und Bewertung gemäß Anhang A bestimmt werden.

Weder der Widerstand gegen Spaltversagen während der Montage (Cl. 6.2.6.1) noch infolge Belastung (Cl. 6.2.6.2) wird nachgewiesen; dieser sollte vom Hersteller garantiert oder durch Prüfung und Bewertung gemäß Anhang A bestimmt werden.

Betonausbruchversagen

Betonausbruchversagen wird für Kopfanker (Ankertyp – Unterlegplatte) mit einem Randabstand c ≤ 0,5 hef gemäß Cl. 6.2.7 nachgewiesen. Anker werden als Gruppe behandelt, wenn ihr Abstand am Rand s ≤ 4 c1 beträgt. Hinterschnittanker können auf dieselbe Weise nachgewiesen werden, jedoch ist der Wert von Ah in der Software nicht bekannt. Das Betonausbruchversagen von Hinterschnittankern kann durch Auswahl einer Unterlegplatte mit den entsprechenden Abmessungen bestimmt werden.

\[ ϕ_{Mc} N_{Rk,cb} = ϕ_{Mc} N_{Rk,cb}^0 \frac{A_{c,Nb}}{A_{c,Nb}^0} \psi_{s,Nb} \psi_{g,Nb} \psi_{ec,Nb} \]

wobei:

  • ϕMc – Kapazitätsfaktor für ankerversagensbezogene Versagensmodi im Beton, im Normsetup editierbar; empfohlener Wert ist 1/1,5 (Tabelle 3.2.4)
  • \( N_{Rk,cb}^0 = k_5 c_1 \sqrt{A_h} \sqrt{f'_c} \) – charakteristische Tragfähigkeit eines einzelnen Befestigungselements ohne Einfluss benachbarter Befestigungselemente und Ränder des Betonbauteils – Cl. 6.2.7.2
  • Ac,Nb – tatsächliche projizierte Fläche für das Befestigungselement, begrenzt durch die Ränder des Betonbauteils (c2 ≤ 2 c1), das Vorhandensein benachbarter Befestigungselemente (s ≤ 4 c1) oder die Bauteildicke – Cl. 6.2.7.3
  • Ac,Nb0 = (4 c1)2 – Referenzprojektionsfläche eines einzelnen Befestigungselements mit einem Randabstand gleich c1 – Cl. 6.2.7.3
  • \( \psi_{s,Nb} = 0.7+0.3 \frac{c_2}{2 c_1} \le 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung der Störung der Spannungen im Beton infolge der Nähe des Befestigungselements zu einer Ecke des Betonbauteils – Cl. 6.2.7.4
  • \( \psi_{g,Nb} = \sqrt{n} + (1-\sqrt{n}) \frac{s_2}{4c_1} \ge 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung des Gruppeneffekts – Cl. 6.2.7.5
  • \( \psi_{ec,Nb} = \frac{1}{1+2 e_N / s_{cr,Nb}} \le 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung der Exzentrizität der Belastung einer Befestigungselementgruppe – Cl. 6.2.7.6
  • k5 – Parameter bezogen auf den Zustand des Betons; für gerissenen Beton k5 = 8,7, für ungerissenen Beton k5 = 12,2
  • c1 – Randabstand des Befestigungselements in Richtung 1 zum nächsten Rand
  • c2 – Randabstand des Befestigungselements senkrecht zu Richtung 1, der den kleinsten Randabstand in einem schmalen Bauteil mit mehreren Randabständen darstellt
  • Ah – Fläche des lasttragenden Kopfes des Befestigungselements; für kreisförmige Unterlegplatte \( A_h = \frac{\pi}{4} \left ( d_h^2 - d^2 \right \), für rechteckige Unterlegplatte \( A_h = a_{wp}^2 - \frac{\pi}{4} d^2 \)
  • f'c – charakteristische Druckfestigkeit des Betons
  • n – Anzahl der Befestigungselemente in einer Reihe parallel zum Rand des Betonbauteils
  • s2 – Abstand der Befestigungselemente in einer Gruppe senkrecht zu Richtung 1
  • scr,Nb = 4 c1 – Abstand, der erforderlich ist, damit ein Befestigungselement seine charakteristische Zugfestigkeit gegen Betonausbruchversagen entwickeln kann

Stahlversagen auf Querkraft

Stahlversagen auf Querkraft wird gemäß Cl. 7.2.2 bestimmt. Es wird angenommen, dass der Anker aus einer Gewindestange mit denselben Materialeigenschaften wie Schrauben besteht.

Querkraft ohne Hebelarm

Querkraft ohne Hebelarm wird angenommen, wenn Freistehend – direkt ausgewählt ist. Es wird angenommen, dass die Befestigungselemente aus duktilem Stahl bestehen und der Faktor k7 = 1 ist. Jedes Befestigungselement wird einzeln nachgewiesen. Der Widerstand wird gemäß AS 5216 – Cl. 7.2.2.2 und AS 4100 – Cl. 9.2.2.1 bestimmt:

\[ ϕ_{Ms} V_{Rk,s} = ϕ_{Ms} 0.62 f_{uf} A \]

wobei:

  • \( ϕ_{Ms} = f_{yf} / f_{uf} \le 0.8 \) wenn fuf ≤ 800 MPa und fyf / fuf ≤ 0,8; ϕMs = 2/3 andernfalls – Kapazitätsfaktor für Stahlversagen auf Querkraft (Tabelle 3.2.4)
  • fuf – Mindestzugfestigkeit der Schraube gemäß AS 4100 Tabelle 9.2.1
  • A – Fläche einer Schraube, entweder gleich Ac oder Ao, d. h. Kernquerschnittsfläche der Schraube gemäß AS 1275 bzw. Nennquerschnittsfläche des glatten Schafts der Schraube

Für Befestigungselemente mit hef / d < 5 in Beton mit f'c < 20 MPa wird VRk,s mit einem Faktor von 0,8 multipliziert.

Querkraft mit Hebelarm

Die Querkrafttragfähigkeit des Stahls mit Hebelarm wird gemäß Cl. 7.2.2.3 berechnet:

\[ ϕ_{Ms} V_{Rk,s,M} = ϕ_{Ms} \frac{\alpha_M M_{Rk,s}}{l_a} \]

wobei:

  • \( ϕ_{Ms} = f_{yf} / f_{uf} \le 0.8 \) wenn fuf ≤ 800 MPa und fyf / fuf ≤ 0,8; ϕMs = 2/3 andernfalls – Kapazitätsfaktor für Stahlversagen auf Querkraft (Tabelle 3.2.4)
  • αM = 2 – Parameter zur Berücksichtigung des Einspanngrades; das Anbauteil wird als drehfest angenommen – Cl. 4.2.2.4
  • \( M_{Rk,s} = M_{Rk,s}^0 \left ( 1- \frac{N^*}{ϕ_{Ms} N_{Rk,s}} \right ) \) – charakteristische Biegetragfähigkeit des Befestigungselements unter Einfluss der Normalkraft
  • la = a3 + e1 – Länge des Hebelarms
  • a3 = 0,5 d – Abstand zwischen dem angenommenen Einspannpunkt des auf Querkraft beanspruchten Befestigungselements und der Betonoberfläche
  • e1 = tg + tfix / 2 – Exzentrizität der aufgebrachten Querkraft bezogen auf die Betonoberfläche, ohne Berücksichtigung der Dicke einer Ausgleichsschicht oder eines Mörtelbetts
  • tg – Dicke der Mörtelschicht
  • tfix – Dicke der Fußplatte
  • d – Nenndurchmesser des Befestigungselements
  • N* – Bemessungswert der Zugkraft
  • ϕMs NRk,s – Zugfestigkeit eines Befestigungselements bei Stahlversagen
  • MRk,s0 = 1,2 Wel fuf – charakteristische Biegetragfähigkeit des Befestigungselements – ETAG 001 – Anhang C
  • Wel = π d3 / 32 – elastisches Widerstandsmoment des Befestigungselements; der durch Gewinde reduzierte Durchmesser, \( d_s = \sqrt{\frac{4 A_s}{\pi}} \), wird anstelle des Nenndurchmessers d verwendet, wenn Scherfuge im Gewinde ausgewählt ist

Betonkantenversagen

Betonkantenversagen wird gemäß Cl. 7.2.3 nachgewiesen. Wenn sich die Betonkegel der Befestigungselemente überschneiden, werden sie als Gruppe nachgewiesen. Die Ränder in Richtung der Querkraftbelastung werden überprüft. Es wird angenommen, dass die gesamte Last an einer Fußplatte durch ein Befestigungselement nahe dem geprüften Rand übertragen wird.

\[ ϕ_{Mc} V_{Rk,c} = ϕ_{Mc} V_{Rk,c}^0 \frac{A_{c,V}}{A_{c,V}^0} \psi_{s,V} \psi_{h,V} \psi_{ec,V} \psi_{\alpha,V} \psi_{re,V} \]

wobei:

  • ϕMc – Kapazitätsfaktor für ankerversagensbezogene Versagensmodi im Beton, im Normsetup editierbar; empfohlener Wert ist 1/1,5 (Tabelle 3.2.4)
  • \( V_{Rk,c}^0 = k_9 d^{\alpha} l_f^{\beta} \sqrt{f'_c} c_1^{1.5} \) – Ausgangswert der charakteristischen Querkrafttragfähigkeit des Befestigungselements – Cl. 7.2.3.2
  • Ac,V – tatsächliche Fläche des idealisierten Betonausbruchkörpers – Cl. 7.2.3.3
  • Ac,V0 = 4,5 c12 – Referenzprojektionsfläche des Versagenskegels – Cl. 7.2.3.3
  • \( psi_{s,V} = 0.7 + 0.3 \frac{c_2}{1.5 c_1} \le 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung der Störung der Spannungsverteilung im Betonbauteil – Cl. 7.2.3.4
  • \( \psi_{h,V} = \left ( \frac{1.5 c_1}{h} \right ) ^{0.5} \ge 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung des Einflusses der Bauteildicke – Cl. 7.2.3.5
  • \( \psi_{ec,V} = \frac{1}{1+2 e_V / (3c_1)} \le 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung der Exzentrizität der resultierenden Last in einer Befestigungselementgruppe – Cl. 7.2.3.6
  • \( \psi_{\alpha,V} = \sqrt{\frac{1}{(\cos \alpha_V)^2 + (0.5 \sin \alpha_V)^2}} \ge 1 \) – Parameter zur Berücksichtigung des Winkels der aufgebrachten Last – Cl. 7.2.3.7
  • ψre,V = 1 – Parameter zur Berücksichtigung des Schalenabplatzungseffekts – Cl. 7.2.3.8; es wird keine Randbewehrung oder Bügel angenommen
  • k9 – Parameter bezogen auf den Zustand des Betons; für gerissenen Beton k9 = 1,7, für ungerissenen Beton k9 = 2,4
  • d – Nenndurchmesser des Befestigungselements
  • \( \alpha = 0.1 \left ( \frac{l_f}{c_1} \right ) ^{0.5} \)
  • \( \beta = 0.1 \left ( \frac{d}{c_1} \right ) ^{0.2} \)
  • lf = hef ≤ 12 d für d ≤ 24 mm; lf = hef ≤ max (8 d, 300 mm) für d > 24 mm – Parameter bezogen auf die Länge des Befestigungselements
  • f'c – charakteristische Zylinderdruckfestigkeit des Betons nach 28 Tagen
  • c1 – Randabstand des Befestigungselements zum untersuchten Rand; gemäß Cl. 7.2.3.9 wird für ein schmales Bauteil mit c2,max < 1,5 c1, das auch als dünn gilt, h < 1,5 c1, in den vorherigen Gleichungen c'1 anstelle von c1 verwendet; der reduzierte Wert c'1 = max (c2,max / 1,5, h/ 1,5, sc,max / 3)
  • c2 – der kleinere Randabstand des Befestigungselements in Richtung senkrecht zum untersuchten Rand
  • h – Dicke des Betonbauteils
  • eV – Exzentrizität der resultierenden Querkraft, die auf eine Gruppe von Befestigungselementen wirkt, bezogen auf den Schwerpunkt der auf Querkraft beanspruchten Befestigungselemente
  • αV – Winkel zwischen der aufgebrachten Last auf das Befestigungselement oder die Befestigungselementgruppe und der Richtung senkrecht zum betrachteten freien Rand, 0° < αV < 90°
  • hef – effektive Einbindetiefe des Befestigungselements

Gemäß Cl. 6.2.8 kann Zusatzbewehrung verwendet werden, um Kräfte zu übertragen, die Betonkantenversagen und/oder Betonausbruchversagen verursachen. Diese Bewehrung ist gemäß AS 3600 zu bemessen.

Betonausbruchversagen auf Querkraft

Betonausbruchversagen auf Querkraft wird gemäß Cl. 7.2.4 nachgewiesen. Es wird angenommen, dass alle Anker an einer Fußplatte auf Querkraft beansprucht werden, und der Betonausbruch-Widerstand NRk,c, der in der Berechnung verwendet wird, wird unter der Annahme berechnet, dass alle Anker ohne Exzentrizität auf Zug beansprucht werden. Es wird keine Zusatzbewehrung angenommen.

\[ ϕ_{Mc} V_{Rk,cp} = ϕ_{Mc} k_8 N_{Rk,c} \]

wobei:

  • ϕMc – Kapazitätsfaktor für ankerversagensbezogene Versagensmodi im Beton, im Normsetup editierbar; empfohlener Wert ist 1/1,5 (Tabelle 3.2.4)
  • k8 – Parameter aus dem Bewertungsbericht; gemäß ETAG 001 – Anhang C gilt für hef < 60 mm: k8 = 1 und für hef ≥ 60 mm: k8 = 2
  • NRk,c – charakteristische Betonkegeltragfähigkeit für ein einzelnes Befestigungselement oder ein Befestigungselement in einer Gruppe

Kombinierte Zug- und Querkraftbeanspruchung

Der Widerstand eines Befestigungselements unter kombinierter Zug- und Querkraftbeanspruchung wird gemäß Kapitel 8 bestimmt.

Stahlversagen

Die Bewertung des Tragverhaltens unter kombinierter Zug- und Querkraftbeanspruchung des Befestigungselements basiert auf AS 4100:

\[ \left ( \frac{N^*}{ϕ_{Ms} N_{Rk,s}} \right ) ^2 + \left ( \frac{V^*}{ϕ_{Ms} V_{Rk,s}} \right ) ^2 \le 1.0 \]

Betonversagen

Andere Versagensmodi als Stahlversagen werden gemäß Cl. 8.2.1 nachgewiesen:

\[ \left ( \frac{N^*}{ϕ_{Mc} N_{Rk,i}} \right ) ^{1.5} + \left ( \frac{V^*}{ϕ_{Mc} V_{Rk,i}} \right ) ^{1.5} \le 1.0 \]

wobei:

  • N* – Bemessungswert der Zugkraft, die auf ein einzelnes Befestigungselement oder eine Gruppe wirkt
  • V* – Bemessungswert der Querkraft, die auf ein einzelnes Befestigungselement oder eine Gruppe wirkt
  • NRk,i – charakteristische Zugtragfähigkeit des Befestigungselements oder der Gruppe für den Versagensmodus „i"
  • VRk,i – charakteristische Querkrafttragfähigkeit des Befestigungselements oder der Gruppe für den Versagensmodus „i"
  • \( ϕ_{Ms} = \frac{5 f_{yf}}{6 f_{uf}} \) – Kapazitätsfaktor für Stahlversagen auf Zug (Tabelle 3.2.4)
  • ϕMs = fyf / fuf ≤ 0,8 wenn fuf ≤ 800 MPa und fyf / fuf ≤ 0,8; ϕMs = 2/3 andernfalls – Kapazitätsfaktor für Stahlversagen auf Querkraft (Tabelle 3.2.4)
  • ϕMc – Kapazitätsfaktor für ankerversagensbezogene Versagensmodi im Beton, im Normsetup editierbar; empfohlener Wert ist 1/1,5 (Tabelle 3.2.4)

Freistehende Anker

Anker mit Freistehend werden als Bauteil gemäß AS 4100 mit Kapazitätsfaktoren für Schrauben bemessen. Die angenommene Länge des Bauteils ist die Summe aus der Spaltbreite, der halben Nenndurchmesserdicke und der halben Fußplattendicke. Freistehende Anker werden in der Regel als Bauzustand vor der Vergütung nachgewiesen.

Biegetragfähigkeit

Die Biegetragfähigkeit wird gemäß AS 4100, Cl. 5.1 bestimmt.

M*ϕ Ms

wobei:

  • M* – Biegemoment, das auf den Anker wirkt und durch die Methode der finiten Elemente bestimmt wird
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor für Schrauben
  • Ms = fy Ze – Querschnitts-Biegetragfähigkeit
  • fy – Streckgrenze des Ankers
  • Ze = min {S, 1,5 · Z} – effektives Widerstandsmoment – Cl. 5.2.3
  • \( S = \frac{d^3}{6} \) – plastisches Widerstandsmoment; wenn Scherfuge im Gewinde ausgewählt ist, wird der Nenndurchmesser d durch den durch Gewinde reduzierten Durchmesser ds ersetzt
  • \( Z = \frac{1}{32} \pi d^3 \) – elastisches Widerstandsmoment; wenn Scherfuge im Gewinde ausgewählt ist, wird der Nenndurchmesser d durch den durch Gewinde reduzierten Durchmesser ds ersetzt

Querkrafttragfähigkeit

Die Querkrafttragfähigkeit wird gemäß AS 4100, Cl. 5.11 bestimmt.

V*ϕ Vw

wobei:

  • V* – Bemessungswert der Querkraft
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor für Schrauben
  • Vw = 0,6 fy Aw – nominale Querkraft-Streckgrenzentragfähigkeit – Cl. 5.11.4
  • fy – Streckgrenze des Ankers
  • Aw = 0,844 As – Scherfläche
  • As – Zugspannungsquerschnitt einer Schraube gemäß AS 1275

Drucktragfähigkeit axial

Die axiale Drucktragfähigkeit wird gemäß AS 4100, Cl. 6 bestimmt. Knicken wird gemäß Cl. 6.3 berücksichtigt:

N*ϕ Nc

wobei:

  • N* – Bemessungswert der Druckkraft
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor für Schrauben
  • Nc = αc NsNs – nominale Bauteildrucktragfähigkeit – Cl. 6.3.3
  • Ns = kf As fy – nominale Querschnittstragfähigkeit – Cl. 6.2
  • fy – Streckgrenze des Ankers
  • le = ke l – Knicklänge – Cl. 6.3.2
  • ke = 2 – Knicklängenfaktor des Bauteils; konservativ wird angenommen, dass der Anker am unteren Ende eingespannt und am oberen Ende gelenkig gelagert ist (Ausweichstab)
  • l = lgap + d / 2 + tp / 2 – angenommene Länge des Bauteils
  • lgap – Spalthöhe
  • d – Nenndurchmesser der Schraube
  • tp – Dicke der Fußplatte
  • \( \alpha_c = \xi \left \{ 1 - \sqrt{1- \left ( \frac{90}{\xi \lambda} \right )^2 } \right \} \) – Abminderungsfaktor für Druckbauteile – Cl. 6.3.3
  • \( \xi = \frac{\left( \frac{\lambda}{90} \right)^2 + 1 + \eta}{2 \left( \frac{\lambda}{90} \right)^2} \) – Druckbauteilfaktor – Cl. 6.3.3
  • \( \lambda = \lambda_n + \alpha_a \alpha_b \) – Schlankheitsgrad – Cl. 6.3.3
  • \( \eta = 0.00326 (\lambda-13.5) \) – Imperfektion sfaktor für Druckbauteile – Cl. 6.3.3
  • \( \lambda_n = \frac{l_e}{r} \sqrt{k_f} \sqrt{\frac{f_y}{250}} \) – modifizierter Schlankheitsgrad für Druckbauteile – Cl. 6.3.3
  • kf = 1 – Formfaktor – Cl. 6.2.2
  • \( r = \sqrt{\frac{I_s}{A_s}} \) – Trägheitsradius
  • \( I_s = \frac{1}{64} \pi d_s^4 \) – Flächenträgheitsmoment
  • As – Zugspannungsquerschnitt einer Schraube gemäß AS 1275
  • \( d_s = \sqrt{\frac{4 A_s}{\pi}} \) – durch Gewinde reduzierter Durchmesser
  • \( \alpha_a = \frac{2100 (\lambda_n - 13.5)}{\lambda_n^2 - 15.3 \lambda_n + 2050} \) – Druckbauteilfaktor – Cl. 6.3.3
  • αb = 0,5 – Querschnittskonstante für Druckbauteile – Tabelle 6.3.3

Zugtragfähigkeit axial

Die axiale Zugtragfähigkeit wird gemäß AS 4100, Cl. 7 bestimmt:

N*ϕ Nt

wobei:

  • N* – Bemessungswert der Zugkraft
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor für Schrauben
  • Nt = As fy – nominale Querschnittstragfähigkeit einer Schraube auf Zug – Cl. 7.2
  • As – Zugspannungsquerschnitt einer Schraube gemäß AS 1275
  • fy – Streckgrenze des Ankers

Interaktion der Beanspruchungen

Wenn ein freistehender Anker durch Querkraft und Druckkraft beansprucht wird, wird der Interaktionsnachweis der Beanspruchungen durchgeführt:

\[ \frac{N^*}{\phi N_c} + \frac{M^*}{\phi M_s} \le 1 \]

wobei:

  • N* – Bemessungswert der Druckkraft
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor für Schrauben
  • Nc – Druckwiderstand
  • M* – Bemessungswert des Biegemoments infolge Querkraft am Hebelarm
  • Ms – Biegewiderstand

Zusätzlich werden die Nachweise für Stahlversagen auf Querkraft und Betonversagen auf Querkraft (Betonkantenversagen, Betonausbruchversagen auf Querkraft) durchgeführt.

Wenn ein freistehender Anker durch Querkraft und Zugkraft beansprucht wird, wird der Interaktionsnachweis der Beanspruchungen durchgeführt:

\[ \frac{N_{tf}^*}{\phi N_{t}} + \frac{M^*}{\phi M_s} \le 1 \]

wobei:

  • N*tf – Bemessungswert der Zugkraft
  • ϕ = 0,8 – Kapazitätsfaktor für Schrauben
  • Nt – Zugwiderstand
  • M* – Bemessungswert des Biegemoments infolge Querkraft am Hebelarm
  • Ms – Biegewiderstand

Zusätzlich werden die Nachweise für Stahlversagen auf Querkraft und Betonversagen infolge Zug und Querkraft durchgeführt.

Detaillierung von Schrauben, Schweißnähten und Ankern gemäß australischen Normen

Schrauben

Mindestabstand (Abstand zwischen den Mittelpunkten der Schraubenlöcher) darf nicht weniger als das 2,5-fache des Nennschraubendurchmessers betragen. Der Wert wird in Abschnitt 9.5.1 empfohlen und kann in den Normeinstellungen bearbeitet werden.

Mindestrandabstand (Abstand zwischen dem Mittelpunkt des Schraubenlochs und dem Plattenrand) darf nicht weniger als das 1,25-fache des Nennschraubendurchmessers betragen. Der Wert wird in Abschnitt 9.5.2 für gewalzte Kanten empfohlen und kann in den Normeinstellungen geändert werden.

Schweißnähte

Die Mindestgröße einer Kehlnaht wird gemäß Abschnitt 9.6.3.2 überprüft und sollte der kleinere Wert aus der Dicke des dünneren verbundenen Teils und dem Wert in der folgenden Tabelle sein:

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Die Nahtgröße wird als \( \sqrt{2} \) mal die Nahtdicke angenommen.

Anker

Der Mindestabstand zwischen Ankern sollte s ≥ 4d betragen, wobei d der Nenndurchmesser des Ankers ist. Der Faktor 4 kann in den Normeinstellungen bearbeitet werden.

Der Mindestrandabstand folgt den Regeln für Schrauben, d. h. er darf nicht weniger als das 1,25-fache des Nennschraubendurchmessers betragen. Der Wert wird in Abschnitt 9.5.2 für gewalzte Kanten empfohlen und kann in den Normeinstellungen geändert werden.

Verbindungsklassifizierung nach australischen Normen

Verbindungen werden nach der Verbindungssteifigkeit klassifiziert in:

  • Starr – Verbindungen mit unwesentlicher Änderung der ursprünglichen Winkel zwischen den Bauteilen,
  • Halbstarr – Verbindungen, bei denen angenommen wird, dass sie ein zuverlässiges und bekanntes Maß an Biegeeinspannung aufweisen,
  • Gelenkig – Verbindungen, die keine Biegemomente entwickeln.

Die australische Norm AS 4100, Abschn. 4.2 gibt keine genauen Grenzen vor, daher werden die Verbindungen gemäß dem Kommentar in AISC 360-16, Abschn. B3.4 klassifiziert.

  • Starr – \( \frac{S_{j,ini} L_b}{E I_b} \ge 20 \)
  • Halbstarr – \( 2 < \frac{S_{j,ini} L_b}{E I_b} < 20 \)
  • Gelenkig – \( \frac{S_{j,ini} L_b}{E I_b} \le 2 \)

wobei:

  • Sj,ini – Anfangssteifigkeit der Verbindung; die Verbindungssteifigkeit wird bis zu 2/3 von Mj,Rd als linear angenommen
  • Lb – theoretische Länge des untersuchten Bauteils
  • E – Elastizitätsmodul
  • Ib – Flächenträgheitsmoment des untersuchten Bauteils
  • Mj,Rd – Bemessungswert des Biegewiderstands der Verbindung

Bemessungskonzept nach australischen Normen

Die Kapazitätsbemessung ist Teil der Erdbeben-Nachweise und stellt sicher, dass die Verbindung über ausreichende Verformungskapazität verfügt.

Ziel der Kapazitätsbemessung ist es, ein kontrolliertes duktiles Verhalten eines Gebäudes sicherzustellen, um einen Einsturz bei einem Bemessungserdbeben zu vermeiden. Da die australische Norm keine Kapazitätsbemessung enthält, wird stattdessen die neuseeländische Norm verwendet. Es wird erwartet, dass das plastische Gelenk im dissipativen Bauteil entsteht, und alle nicht-dissipativen Bauteile der Verbindung müssen in der Lage sein, die infolge des Fließens im dissipativen Bauteil auftretenden Kräfte sicher zu übertragen. Das dissipative Bauteil ist in der Regel ein Träger in einem Momentenrahmen, kann aber auch z. B. eine Stirnplatte sein. Für dissipative Bauteile wird kein Sicherheitsbeiwert verwendet. Die Streckgrenze des dissipativen Bauteils wird berechnet als Fy,max = 0.9 ϕos ϕomfy, wobei:

  • ϕos – Verfestigungsfaktor; die empfohlenen Werte sind ϕos = 1.15 für den Träger im Momentenrahmen, γsh = 1.0 sonst; in der Operation editierbar
  • ϕom – Überfestigkeitsfaktor – EN 1998-1, Abschn. 6.2; der empfohlene Wert ist ϕom = 1.3; in den Materialien editierbar

Das Materialdiagramm wird gemäß der folgenden Abbildung modifiziert:

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Die erhöhte Festigkeit des dissipativen Bauteils ermöglicht die Eingabe von Lasten, die das plastische Gelenk im dissipativen Bauteil entstehen lassen. Im Fall eines Momentenrahmens mit dem Träger als dissipativem Bauteil sollte der Träger mit My = fy,maxWpl,y und der entsprechenden Querkraft Vz = –2 My / Lh belastet werden, wobei:

  • fy – charakteristische Streckgrenze
  • Wpl,y – plastisches Widerstandsmoment
  • Lh – Abstand zwischen den plastischen Gelenken am Träger

Bei einer asymmetrischen Verbindung sollte der Träger sowohl mit positiven als auch mit negativen Biegemomenten und den entsprechenden Querkräften belastet werden.

Die Bleche der dissipativen Bauteile sind vom Normnachweis ausgenommen.