Lösung für Wände und Details von Stahlbetonstruktur
Für die Bemessung von Diskontinuitätsbereichen werden derzeit zweckgebundene, spezialisierte Programme oder Excel-Bemessungsblätter auf Basis der Strebe-und-Zugband-Methode verwendet. Umgekehrt können wissenschaftlich orientierte Programme ausnahmsweise ohne Anbindung an nationale Normen und Vorschriften sowie ohne Bemessung und Optimierung der Bewehrung eingesetzt werden. Diese Praxis führt zu Übervereinfachungen oder im Gegenteil zum Versuch, die Realität zu simulieren. Eine neue Methode und ein Software-Werkzeug ermöglichen es Ingenieuren, geeignete Betonabmessungen sowie Lage und Menge der Bewehrung auf effiziente Weise zu bemessen und dabei sichere und wirtschaftliche Entwürfe auf Basis gültiger Normen zu liefern. Sie basiert auf einer computergestützten Implementierung von Spannungsfeldmodellen. Vereinfachte Annahmen ähnlich denen, die bei Handberechnungen verwendet werden, kommen zum Einsatz, verbessert um Duktilitäts- und GZG-Nachweise zu ermöglichen, und basierend auf klaren Materialeigenschaften. Spannungsfelder können als verallgemeinerte Strebe-und-Zugband-Methode betrachtet werden, bei der reale Bauteile mit Spannungen anstelle von Schnittgrößen berücksichtigt werden. Die Verifikation wurde sowohl anhand normenunabhängiger Fälle als auch anhand bestehender Normen mit den in den Normen definierten Materialgesetzen durchgeführt.
Der Beitrag wurde vom Team J. Navratil, P. Sevcik, L. Michalcik, P. Foltyn & J. Kabelac auf der Tschechischen Betontage-Konferenz 2017 veröffentlicht.