Bemessungskonzept nach kanadischen Normen
Das Bemessungskonzept ist Teil der Erdbebenprüfung und stellt sicher, dass die Verbindung über ausreichende Verformungskapazität verfügt.
Ziel des Bemessungskonzepts ist es, sicherzustellen, dass ein Gebäude ein kontrolliertes duktiles Verhalten zeigt, um einen Einsturz bei einem Bemessungserdbeben zu vermeiden. Es wird erwartet, dass ein plastisches Gelenk im dissipativen Bauteil entsteht, und alle nicht-dissipativen Bauteile der Verbindung müssen in der Lage sein, die infolge des Fließens im dissipativen Bauteil auftretenden Kräfte sicher zu übertragen. Das dissipative Bauteil ist in der Regel ein Träger in einem momentensteifem Rahmen, kann aber auch z. B. eine Stirnplatte sein. Der Widerstandsbeiwert wird für dissipative Bauteile nicht verwendet. Dem dissipativen Bauteil werden zwei Faktoren zugewiesen:
- Ry = 1,1 – Überfestigkeitsfaktor – S16-14, Cl. 27.1.7; in den Materialien editierbar
- Cpr = 1,1 – Verfestigungsfaktor – S16-14, Cl. 27.2.2; es wird empfohlen, diesen für den Träger als dissipatives Bauteil in einem momentensteifen Rahmen anzuwenden
Das Materialdiagramm wird gemäß der folgenden Abbildung modifiziert:
Die erhöhte Festigkeit des dissipativen Bauteils ermöglicht die Eingabe von Lasten, die das plastische Gelenk im dissipativen Bauteil entstehen lassen. Im Fall eines momentensteifen Rahmens mit dem Träger als dissipativem Bauteil sollte der Träger mit My = CprRyFyWpl,y und der entsprechenden Querkraft Vz = –2 My,Ed / Lh belastet werden, wobei gilt:
- Fy – Streckgrenze
- Wpl,y – plastisches Widerstandsmoment
- Lh – Abstand zwischen den plastischen Gelenken am Träger
Im Fall einer asymmetrischen Verbindung sollte der Träger sowohl mit positiven als auch negativen Biegemomenten und den entsprechenden Querkräften belastet werden.
Die Bleche dissipativer Bauteile sind vom Normnachweis ausgeschlossen.