8.4 Stütze mit Hohlprofil
8.4.1 Beschreibung
Die komponentenbasierte Methode der finiten Elemente (CBFEM) für den Stützenfuß mit Hohlprofil, verifiziert anhand der Komponentenmethode (CM), wird nachfolgend beschrieben. Eine druckbeanspruchte Stütze wird mindestens als Querschnitt der Klasse 3 bemessen. Die Sensitivitätsstudie wird für die Stützengröße, die Abmessungen der Fußplatte, die Betonklasse und die Abmessungen des Betonfundaments durchgeführt. Vier Komponenten werden aktiviert: Stützenflansch und -steg unter Druck, Beton unter Druck einschließlich Vergussmörtel, Ankerschraube unter Zug und Schweißnähte. Diese Studie konzentriert sich hauptsächlich auf zwei Komponenten: Beton unter Druck einschließlich Vergussmörtel und Ankerschraube unter Zug.

Abb. 8.4.1 Signifikante Punkte des multilinearen Interaktionsdiagramms eines quadratischen Hohlprofils
8.4.2 Nachweis der Tragfähigkeit
Im folgenden Beispiel wird die Stütze aus quadratischem Hohlprofil SHS 150×16 mit einem Betonblock mit den Flächenabmessungen \( a' = 750 \, \texttt{mm} \), \( b' = 750 \, \texttt{mm} \) und der Höhe \( h = 800 \, \texttt{mm} \) aus Beton der Güte C20/25 durch die Fußplatte mit den Abmessungen \( a = 350 \, \texttt{mm} \), \( b = 350 \, \texttt{mm} \), \( t = 20 \, \texttt{mm} \) aus Stahl S420 verbunden. Ankerschrauben sind als 4 × M20, As = 245 mm2 mit einem Kopfdurchmesser a = 60 mm aus Stahl 8.8 mit Versatz oben 50 mm und links −20 mm ausgeführt. Der Vergussmörtel hat eine Dicke von 30 mm.
Die Ergebnisse der analytischen Lösung werden als Interaktionsdiagramm mit charakteristischen Punkten dargestellt. Eine detaillierte Beschreibung der Punkte −1, 0, 1, 2 und 3 ist in Abb. 8.4.1 dargestellt, siehe (Wald, 1995) und (Wald et al., 2008), wobei Punkt −1 die reine Zugkraft, Punkt 0 das reine Biegemoment, die Punkte 1 bis 3 kombinierte Druckkraft und Biegemoment sowie Punkt 4 die reine Druckkraft repräsentieren.
Im CBFEM treten Abhebekräfte bei reiner Zugbeanspruchung auf; in der CM hingegen werden keine Abhebekräfte entwickelt, da die Tragfähigkeit auf den Versagensmodus 1–2 begrenzt wird, siehe (Wald et al., 2008). Aufgrund der Abhebekräfte beträgt der Unterschied in der Tragfähigkeit etwa 10 %. Das numerische Modell des Stützenfußes ist in Abb. 8.4.2 dargestellt. Die CBFEM-Ergebnisse werden durch die Auflagerspannungsverteilung auf dem Beton für die Punkte 0 und 3 präsentiert, dargestellt in Abb. 8.4.3 und Abb. 8.4.4, und im Interaktionsdiagramm in Abb. 8.4.5 verglichen.

Abb. 8.4.2 Der Stützenfuß für Stütze SHS 150x16 und ausgewähltes Netz der Fußplatte

Abb. 8.4.3 CBFEM-Ergebnisse für Punkt 0, z. B. reines Biegemoment

Abb. 8.4.4 CBFEM-Ergebnisse für Punkt 3, z. B. Druckkraft und Biegemoment

Abb. 8.4.5 Vergleich der Ergebnisse der Tragfähigkeitsvorhersage durch CBFEM und CM im Interaktionsdiagramm für den Stützenfuß des Stützenquerschnitts SHS 150×16
8.4.3 Sensitivitätsstudie
Die Sensitivitätsstudie wird für die Größe des Stützenquerschnitts, die Abmessungen der Fußplatte, die Betonklasse und die Abmessungen des Betonblocks durchgeführt. Als Stützen werden SHS 150×16, SHS 160×12,5 und SHS 200×16 ausgewählt. Die Fußplatte wird mit Flächenabmessungen von 100 mm, 150 mm und 200 mm größer als der Stützenquerschnitt bemessen. Die Fußplattendicke beträgt 10 mm, 20 mm und 30 mm. Der Fundamentblock besteht aus Beton der Güte C20/25, C25/30, C30/37 und C35/45 mit einer Höhe von 800 mm in allen Fällen und mit Flächenabmessungen von 100 mm, 200 mm, 300 mm und 500 mm größer als die Abmessungen der Fußplatte. Ein Parameter wurde variiert, während die übrigen konstant gehalten wurden. Die Parameter sind in Tab. 8.4.1 zusammengefasst. Kehlnähte mit der Dicke a = 12 mm wurden ausgewählt. Der Verbundbeiwert für Vergussmörtel ausreichender Qualität wird als βj = 0,67 angenommen. Stahlplatten sind aus S420 mit Ankerschrauben M20 der Güte 8.8 mit einer Einbettungstiefe von 300 mm in allen Fällen.
Tabelle 8.4.1 Ausgewählte Parameter
| Stützenquerschnitt | SHS 150×16 | SHS 16×12,5 | SHS 200×16 |
| Fußplattenüberstand, mm | 100 | 150 | 200 |
| Fußplattendicke, mm | 10 | 20 | 30 |
| Betonklasse | C20/25 | C30/37 | C35/45 |
| Betonblock-Überstand, mm | 100 | 300 | 500 |
Für die Sensitivitätsstudie des Stützenquerschnitts wurden die Betonklasse C20/25, die Fußplattendicke 20 mm, der Fußplattenüberstand 100 mm und der Betonblock-Überstand 200 mm für die variierenden Parameter des Stützenquerschnitts verwendet. Der Vergleich von CBFEM mit dem analytischen Modell nach CM ist in den Interaktionsdiagrammen in Abb. 8.4.6 dargestellt.

Abb. 8.4.6 Vergleich der Ergebnisse von CBFEM und CM für verschiedene Stützenquerschnitte
Für die Sensitivitätsstudie des Fußplattenüberstands wurden der Stützenquerschnitt SHS 200×16, die Betonklasse C25/30, die Fußplattendicke 20 mm und der Betonblock-Überstand 200 mm ausgewählt. Der Vergleich der Interaktionsdiagramme ist in Abb. 8.4.7 dargestellt. Der größte Unterschied liegt in der Tragfähigkeit bei reiner Zugbeanspruchung einer großen Fußplatte, bei der in den CBFEM-Analysen erhebliche Abhebekräfte auftraten, die durch die analytische Bemessung begrenzt werden.

Abb. 8.4.7 Vergleich der Ergebnisse von CBFEM und CM für verschiedene Fußplattenüberstände
Für die Sensitivitätsstudie der Fußplattendicke wurden der Stützenquerschnitt SHS 200×16, die Betonklasse C25/30, der Fußplattenüberstand 100 mm und der Betonblock-Überstand 200 mm ausgewählt. Fußplattendicken von 10 mm, 20 mm und 30 mm wurden in dieser Studie verwendet. Der Vergleich der Interaktionsdiagramme ist in Abb. 8.4.8 dargestellt. Der größte Unterschied liegt in der Tragfähigkeit bei reiner Zugbeanspruchung einer dünnen Fußplatte, bei der in den CBFEM-Analysen erhebliche Abhebekräfte auftraten, die in der analytischen Bemessung nach CM begrenzt werden.

Abb. 8.4.8 Vergleich der Ergebnisse von CBFEM und CM für verschiedene Fußplattendicken
Für die Sensitivitätsstudie der Betonklasse wurden der Stützenquerschnitt SHS 150×16, die Fußplattendicke 20 mm, der Fußplattenüberstand 100 mm und der Betonblock-Überstand 200 mm ausgewählt. Die Betonklassen C20/25, C30/37 und C35/45 wurden in dieser Studie verwendet. Der Vergleich der Interaktionsdiagramme ist in Abb. 8.4.9 dargestellt.

Abb. 8.4.9 Vergleich der Ergebnisse von CBFEM und CM für verschiedene Betonklassen
Für die Sensitivitätsstudie des Betonblock-Überstands wurden der Stützenquerschnitt SHS 160×12,5, die Fußplattendicke 20 mm, der Fußplattenüberstand 100 mm und die Betonklasse C25/30 ausgewählt. Betonblock-Überstände von 100 mm, 300 mm und 500 mm wurden in dieser Studie verwendet. Der Vergleich der Interaktionsdiagramme ist in Abb. 8.4.10 dargestellt.

Abb. 8.4.10 Vergleich der Ergebnisse von CBFEM und CM für verschiedene Betonblock-Überstände
Die Unterschiede in der Tragfähigkeitsvorhersage des Stützenfußes durch CBFEM und CM liegen hauptsächlich in der Berücksichtigung der Abhebekräfte im CBFEM und deren Vernachlässigung durch die CM gemäß EN 1993-1-8:2005.
Tab. 8.4.2 Vergleich des Interaktionsdiagramms von CBFEM und CM
| Unterschied CBFEM/CM | Punkt -1 | Punkt 0 | Punkt 1 | Punkt 2 | Punkt 3 | Punkt 4 |
| Maximum % | 100 % | 105 % | 107 % | 105 % | 112 % | 93 % |
| Minimum % | 69 % | 71 % | 81 % | 84 % | 89 % | 88 % |
8.4.4 Benchmark-Fall
Eingabe
Stützenquerschnitt
- SHS 150/16
- Stahl S420
Fußplatte
- Dicke 20 mm
- Überstand oben 100 mm, links 100 mm
- Schweißnähte – Stumpfnähte
- Stahl S420
Anker
- M20 8.8.
- Verankerungslänge 300 mm
- Versatz obere Lagen 50 mm, linke Lagen −20 mm
- Scherfuge im Gewinde
Fundamentblock
- Beton C20/25
- Überstand 200 mm
- Tiefe 800 mm
- Querkraftübertragung durch Reibung
- Vergussmörteldicke 30 mm
Belastung
- Normalkraft N = −762 kN
- Biegemoment My = 56 kNm
Ausgabe
- Platten \(\epsilon = 0,6 \, \% \)
- Ankerschrauben 97,8 %; \(N_{Ed,g} = 65,7 \, \texttt{kN} \le N_{Rd,c} = 67,2 \, \texttt{kN} \) (maßgebende Komponente: Betonkegelausbruch für die Ankergruppe A1 und A2)
- Betonblock 91,5 % ( \( \sigma = 24,5 \, \texttt{MPa} \le f_{jd} = 26,8 \, \texttt{MPa} \) )
- Sekanten-Rotationssteifigkeit \( S_{js} = 6,3 \, \texttt{MNm/rad} \)